Hatice Akyün – Journalistin und Autorin

Hatice Akyün ist eine freie Journalistin und deutsche Schriftstellerin türkischer Herkunft.

Hatice Akyün wurde in Akpınar Köyü nahe Kütahya in einem kleinen anatolischen Dorf geboren. 1972 zog sie mit ihren Eltern und

einer älteren Schwester nach Duisburg, wo ihr Vater, ein Landwirt, begann, als Bergmann zu arbeiten. Sie lernte Deutsch mit Grimms Märchen und sagt von sich, dass ihr „Herz deutsch und ihre Seele türkisch“ sei.

Nach der Mittleren Reife machte Hatice Akyün eine Ausbildung zur Justizangestellten beim Amtsgericht in Duisburg. Anschließend holte sie ihr Abitur nach. Nach einem Jahr als Au-Pair in New York begann sie ein Studium der Betriebswirtschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zugleich arbeitete sie als Freie Journalistin für die Lokalredaktion der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Nach einem Volontariat zog sie im Jahr 2000 nach Berlin und arbeitete als Society-Reporterin für die Zeitschrift Max.

Am 12. Mai 2009 wurde Hatice Akyüns Blog „Neulich in der Parallelwelt“ auf westropolis.de vom Grimme-Institut aus 1.700 eingereichten Vorschlägen für den „Grimme-Online-Award“ 2009 ausgewählt. Die Nominierungskommission begründete dies mit den Worten:
„Hatice Akyün, Türkin, Deutsche, Muslima, Journalistin. Nicht zwangsverheiratet und trägt auch kein Kopftuch.‘ So die nonchalante Einleitung des kulturkritischen Blogs unter dem Titel „Neulich in der Parallelwelt“. Hier schreibt eine, die keine Klischees bedient, sondern diese mit Ironie entlarvt. Hatice Akyün steht mit ihrer Biografie repräsentativ für viele Deutsch-Türken, die selbstbewusst zwischen zwei Kulturen wandern. Klug, launig und locker schildert die Journalistin kleine Alltagsszenen, die sich wie in einem Kaleidoskop zu einem schillernden Bild zusammenfügen. Das Blog zeigt, welche Bereicherung kulturelle Vielfalt für eine Gesellschaft sein kann.“

Ihre Werke:
– Einmal Hans mit scharfer Soße. (Goldmann, 2005)
– Ali zum Dessert. (Goldmann, 2008)